Johannes Calvin: Unbekannte Anbetung

Schätze der Gnade 50


was ich ihnen nie geboten habe und was mir nie in den Sinn gekommen ist
(Jeremia 7:31)

Wir sollten hier aufmerken, denn genau an dieser Stelle schneidet Gott den Menschen den Fluchtweg ab, nämlich mit diesen Worten: „was ich ihnen nie geboten habe“. Es ist der Aberglaube, der hier von Gott verdammt wird, nichts anderes ist dem mehr entgegenzubringen, denn Gott hat es nicht geboten. Sobald sich die Menschen ihren eigenen Fantasien zuwenden und Gott nach ihrem eigenen Kopf anbeten und nicht nach den Satzungen Gottes, verdrehen sie die wahrhaftige Frömmigkeit. All die erfundenen und absurden Anbetungstechniken fänden keinen Platz, würden die Papisten nach dieser Regel handeln. Es ist in Wirklichkeit sogar schreckhaft, die Papisten verwerfen ihre Verantwortung, die sie Gott schuldig sind, und geben sich ihrem selbsterfundenen Aberglauben hin, als würde eines das andere aufheben. Traurigerweise gibt es einen Haufen solcher Menschen. Würden sie nur diesem Prinzip nachgehen, Gott kann einzig in rechter Weise verehrt werden, indem man seinem Wort gehorsam leistet, dann würden sie aus diesem Schlund der Irrlehre entfliehen. Die Worte des Propheten sind somit von größter Bedeutung. Wenn Gott hier spricht „was ich nie geboten habe und was mir nie in den Sinn gekommen ist“, bringt Er damit zum Ausdruck, dass die Menschen sich zu viel anmaßen und nach Dingen trachten, die Gott nie forderte noch „in den Sinn“ gekommen ist. Selbstverständlich ist vor Gott nichts verborgen, Er weiß alles. Er kommuniziert jedoch mit uns Menschen auf menschliche Weiße, um uns klar zu machen, dass was die Juden hier praktizierten, Ihm völlig fremd sei, da das Gesetz sowieso schon vollkommen und genügsam ist.

Quelle: Johannes Calvin – Bibelkommentar
Übersetzung: TheologiaDE.blog

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James Smith: Abgekommen

Schätze der Gnade 49


Ich bin in die Irre gegangen wie ein verlorenes Schaf; suche deinen Knecht!
(Psalm 119:176)

Ganz egal wie weit sich Christen von dem Herrn entfernen, sie werden niemals Sein Wort oder Seine gnädigen Handlungen in ihrem Leben vergessen. Die ganzen Jahre, in denen Gott sie geführt und erhalten hat, bleibt noch in ihren Köpfen.

Jeder von uns ist dazu geneigt, sich von Gott abzukehren und umherzuirren. Aus diesem Grund ist es von größter Bedeutung, allezeit unter der Obhut Gottes zu sein, wie Schafe vor einem Hirten. Wäre es für den Herrn möglich, für nur einen Moment seine Augen von uns zu nehmen, dann würden wir in demselben Augenblick ins Verderben stürzen. Doch der Herr blickt auf seine Gerechten und seine Ohren horchen auf ihr Flehen.

Oh, meine Seele, hast du dich von dem Herrn abgewandt? Bist du von den grünen Auen seines Wortes abgekommen? Hast du der Herde, der Gemeinde Gottes, den Rücken gekehrt? Irrst du umher, weg von dem Gnadenthron?
Wenn dem so ist, dann …
verkommen die Gnadengaben,
stirbt der Trost ab,
und das Bekenntnis des Glaubens verwandelt sich in eine äußerliche Form.

Rufe den guten Hirten an! Rufe Jesus mit deiner ganzen Kraft an: „suche deinen Knecht!“ Gepriesen sei Sein heiliger Name. Er ist es, der sich aufmacht in die Wüste zu gehen, um jedes verlorene Schaf zurückzuholen.

Jesus, du Hirte meiner Seele, suche deinen Knecht. Bring mich wieder in Sicherheit. Ich war es, der umherirrte. Lass mich wieder ein Teilhaber der Herde sein. Gewähre du mir, dein Wort im Glauben zu erfassen und mich auf deine Verheißungen zu stützen. Möge ich niemals zur Ruhe kommen, es sei denn an deiner Seite. Noch mich zu Hause fühlen, als bei deiner Herde und der Familie.

Mein Erlöser, nahe dich mir noch heute Abend. Stille meine innere Unruhe durch die Mittel der Gnade und deiner Wahrheit. Möge meine Gesinnung noch vor dem Schlafengehen von deiner Liebe ergriffen werden, wie auch durch das Bewusstsein, dass du meine Schutzwehr bist. Bei dir sein, Herr, danach sehne ich mich!

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.
(Johannes 10:27-28)

Quelle: Grace Gems 23.10.2017
Übersetzung: TheologiaDE.blog

Edward Griffin: Ruhe kehre ein

Schätze der Gnade 48


Kehre zurück, meine Seele, zu deiner Ruhe, denn der Herr hat dir wohlgetan!
(Psalm 116:7)

In Gott zu ruhen heißt, …
Ihn als unseren Teil zu sehen und vollkommen zufrieden damit zu sein,
mit dem Bewusstsein zu leben, dass Gott unser höchstes Gut ist,
und so gesinnt zu sein, als hätten wir alles im Überfluss, da wir Gott haben, auch wenn uns alles genommen wird.

Ein Christ spricht: „Ich lange danach, mich in Gott zu erfreuen und möchte nichts anderes. Gestatte mir von den himmlischen Wahrheiten zu kosten und meine Lippen werden nie mehr klagen, ich wäre arm. Menschen dieser Welt mögen den ganzen Planeten unter sich aufteilen, wie Ameisen einen Haufen Staub – doch ich habe Gott, mehr will ich nicht. Wenn auch Kriege, Seuchen, Armut und selbst der Tod über mich kommt, nichts und niemand kann meinen Teil von mir nehmen.“

Kehrt nicht etwa die Ruhe in unser Herz ein, wenn wir gedenken, dass der Gott der Ewigkeit unser Teil ist? Selbst, wenn uns alles Weltliche genommen wird, besitzen wir noch unser ganzes Gut. Weder die Zeit noch der Tod kann unseren Besitz von uns reißen.

Hierdurch kommen wir zur Ruhe, die inneren Regungen werden gestillt, die furcht vor der Zukunft beschwichtigt. Denn was soll verarmen, verletzen oder stören?

Oh, lass mich ein Teilhaber sein! Ich lasse die Königreiche und dessen Throne dieser Erde fahren!

Wen habe ich im Himmel [außer dir]?
Und neben dir begehre ich nichts auf Erden!
Wenn mir auch Leib und Seele vergehen,
so bleibt doch Gott ewiglich meines Herzens Fels und mein Teil.
(Psalm 73:25-26)

Quelle: Grace Gems 07.04.2017
Übersetzung: TheologiaDE.blog

Steven Walton: Liebe

Ich lade euch nun ein, mit mir zusammen, die Bibel im 20. Kapitel des 2. Buches Mose aufzuschlagen. Wir lesen zusammen die Verse 1-17, um einen Überblick der Zehn Gebote zu bekommen. Achtet genau auf dieses Wort, denn dies sind die Worte Gottes:

„Steven Walton: Liebe“ weiterlesen

H. F. Kohlbrügge: Der Herr ist mein Teil!

Eine Predigt von Hermann Friedrich Kohlbrügge über die Zuversicht eines Christen.

Ein kurzer Auszug:

Ich meinte, urteilen zu können über Glück und Unglück, aber wie war ich doch unwissend vor Dir, wie ein junges Kalb, das man nicht über den Weg bringen kann. Und dennoch, Gott, was sehe ich! Wie groß ist Dein Erbarmen! Das hast Du mir alles gezeigt, hast gesehen meinen Unverstand, dass ich wie ein Tier war vor Dir, und Du hast mich nicht in die Hölle geschleudert, sondern hältst mich fest, lehrest mich und hast Geduld mit mir und deckst mir auf den Weg des einen und des andern. Ich muss Dir recht geben in Deinen Worten, ich erkenne Deine Gnade und Treue; darum bleibe ich bei Dir, stets an Dir; denn wäre es nicht Dein ewiges Erbarmen, ich wäre dahingegangen und wäre ein Spielball der Welt und eine Beute des Teufels geworden in meinem Unverstand. Du hältst mich fest, – das erkenne ich jetzt, – bei Deiner rechten Hand. Du leitest mich nach Deinem, – nicht nach meinem Rat, und endlich, ja endlich, wenn alle andern beschämt auskommen werden, wirst Du mich annehmen mit Ehren! Darum, da hast Du Weg und Herz, da hast Du Glück und Unglück, Gegenwart und Zukunft, alle meine Erwartungen! Wenn ich nur Dich habe, was frage ich dann nach Glück und Unglück, nach Gut und Böse, was nach Himmel, was nach Erde, dass der Teufel mich wieder damit berücken sollte? Habe ich Dich, so habe ich alle Glückseligkeit, alle Ehre, Reichtum, Durchkommen durch Schmerz und Leid! Mein Leib und meine Seele mögen verschmachten, es geht mich nichts an, Du bist doch allezeit der Trost meines Herzens.

Wenn die Eltern unverständig sind, so hören sie auf das Schreien und Verlangen des Kindes; sind sie aber verständig, so nehmen sie es in Zucht und lassen ihm den Willen nicht. Das tut Gott auch nicht. Er lässt die Seinigen eine Weile lästern, aber sind sie begnadigt mit der Heiligung des Geistes, so mögen noch so viel solcher unreinen Gedanken aufkommen in dem Herzen, der Geist wird ihnen keine Ruhe lassen, sondern sie fragen: „Willst du ein Geselle des Teufels sein, oder derer, die Gott fürchten?“ – Da wird man denn stille und doch nicht stille; denn die Vernunft ruht nicht, Fleisch und Blut wollen nicht schweigen; da leitet denn aber der Geist ins Heiligtum hinein und lehrt uns auch wohl durch die tägliche Erfahrung, wenn wir nur Augen dafür hätten und ein dankbares Herz, was das Ende der Welt ist. Da gibt denn aber eben dieser Psalm Trost, wo wir uns also fühlen und befinden, dass es uns im Herzen wehe tut und in den Nieren sticht, dass wir uns demütigen vor Gott: Er wolle die unreinen Gedanken hinwegnehmen, auf dass wir als rechte Kriegsknechte unsers Königs in Seinen Befehlen bleiben. Da kommt denn Gott und demütigt uns, dass wir uns wahrhaftig demütigen und bekennen, wir seien wie Narren und wissen nichts, wie ein Tier vor ihm, ein dummes Tier, womit man nichts anfangen kann; – man will es über einen Weg haben, es fährt aber mit seinem Kopf bald hierhin, bald dorthin. Da kommt dann aber das Bekenntnis: „Mein Gott, was wäre aus mir geworden, wenn Du mir meinen Weg gelassen, mir meinen Willen gegeben hättest! Was Du mir zugeteilt hattest, das war herrlich, das war köstlich, aber beinahe hätte der Teufel es mir aus der Hand gezaubert; und was er mir dafür vorhielt, war wertloses Glas. Und ich stand da und dachte, es sei kein Unterschied zwischen den Gottlosen und Frommen, zwischen den Gerechten und Ungerechten; da kamst Du aber in Deiner Erbarmung dazwischen und ließest mich hineingehen in Deine Herrlichkeit. Jetzt bekenne ich: ich bleibe stets an Dir! Ja, es ist ewige Liebe und Erbarmung, dass Du mich hältst an Deiner Rechten; ja, Du leitest mich nach Deinem Rat!“

So es ist denn Gottes Rat, dass Er die Seinen selig machen will, dass Er die Seinen dauerhaft glücklich haben will, dass Er den Seinen will Ruhe und Frieden verschaffen, sie in aller Gottseligkeit halten, welche ja die Verheißung hat dieses und jenes Lebens, dass sie also zufrieden seien, glücklich und froh ihren Weg weiter ziehen, bei aller Trübsal, welche die Welt und die Frommen trifft, geduldig seien, und also gehalten und von oben getragen werden auf den Fittichen des Psalms, des Lobes des Allmächtigen, des starken Gottes Jakobs, und bei allem Widerspiel die Zuflucht nehmen zu Ihm und das Herz ausschütten vor Dem, der gesagt: „Rufe Mich an in der Zeit der Not, so will Ich dich erhören, und du sollst Mich preisen“. Es ist also Gottes Rat, dass Seine Weisheit, Treue, Güte recht von uns erkannt, gepriesen und genossen werde. Es ist Gottes Rat, so wir trachten nach dem Königreiche Gottes, uns alles Irdische noch obendrein zuzuwerfen, – wenn auch Gott mitunter einen Tod schickt, der ein Tod ist für die Augenlust, die Fleischeslust und das hoffärtige Wesen, das nicht vom Vater ist, sondern aus dem Argen.

Die ganze Predigt:

„H. F. Kohlbrügge: Der Herr ist mein Teil!“ weiterlesen

A. W. Pink: Eine ruhige Nacht

Schätze der Gnade 35


…sicherlich gönnt er seinen Geliebten den Schlaf
(Psalm 127:2)

Wie oft verlieren wir aus den Augen, dass der Herr neben der Seele auch für den Leib seiner Heiligen sorgt. Der Schlaf ist ein Geschenk – doch die Gewohnheit macht uns blind und wir erkennen den Wert nicht mehr. Wie die Speise und das Wasser ist Schlaf wichtig für unseren Leib. Der Schlaf wie auch die anderen Dinge sind Gaben unseres himmlischen Vaters.

Wenn es dem Herrn gefällt, entzieht er uns Schlaf – dann sagen wir zusammen mit dem Psalmisten [77:5]: „Du hältst meine Augenlider offen.“ Doch dies ist eher die Ausnahme und dafür sollten wir Gott danken. Tag für Tag werden wir von Gott genährt und jede Nacht „gönnt er seinen Geliebten den Schlaf!“

Wir sollten Gottes gnädige Hand, wie Er in seiner Barmherzigkeit mit uns umgeht, in allen alltäglichen und gewöhnlichen Dingen erkennen. Unsere Schwachheit ist Ihm bewusst, Er handelt mit jedem unterschiedlich. Er sieht, wenn wir am Ende unserer Kräfte sind und versorgt uns mit Energie und erquickt unseren Leib mit Schlaf.

Ach, wie selten geht uns die Güte und Gnade Gottes zu herzen. Weil Gott uns unaufhörlich Gnade zukommen lässt, in geistlichen Dingen wie auch in zeitlich-weltlichen – fangen wir an sie als selbstverständlich anzusehen. Wir sind als Menschen so langsam im Erkennen und unsere Herzen so verhärtet Gott gegenüber – ich befürchte nämlich, dass wir meiste Zeit vergessen wessen Hand es ist, die uns täglich dient.

Ist nicht genau das der Grund für unsere Undankbarkeit in Sachen Gesundheit? – Wir erkennen den Wert erst nachdem es uns weggenommen wurde. Erst nachdem wir uns nächtelang im Bett umherwälzen sehen wir, wie wertvoll eine ruhige Nacht ist, die uns doch zuvor so oft geschenkt wurde. Welch schnöde Kreaturen sind wir, sobald uns eine Krankheit oder die Schlaflosigkeit plagt – bitten wir Gott nicht um Vergebung für unsere Undankbarkeit – wir murren, beschweren uns über die harten Zustände und grübeln nach um herauszufinden, aus welchem Grund wir dies nur verdienten!

Oh lasst uns, die wir mit Gesundheit und ruhigen Nächten gesegnet werden nicht nachlässig im Danken sein und die Kraft nehmen, die wir bekommen, um Gott zu verherrlichen!

„Lasst uns Gott für die „gewöhnlichen“ Gnadengaben Danken – sobald sie uns nämlich genommen werden, scheinen sie ungewöhnlich wertvoll zu sein!“

Charles Spurgeon

Quelle: Grace Gems 27.08.2017
Übersetzung: TheologiaDE.blog

F. W. Krummacher: Die Wurzel Isai

„Es gebet Sein Lob.“ singt der Sänger des 148sten Psalms, „soweit Himmel und Erde reichen!“ – Die Welt ist ein Denkmal der Schöpferkraft, der Vatergüte und der Ordnerweisheit des allmächtigen Gottes. – Ja, sie preist mit dem Vater zugleich den Sohn. Neben den Zügen der „hochwürdigen Herrlichkeit“ des Ersteren entdeckt das erleuchtete Auge auf jenem lebendigen Monument das Bild des „Schönsten der Menschenkinder.“ Die ganze Natur ist eine Bilderkammer zur Verherrlichung Christi. Schaut die heilige Liebe in sie hinein, so scheint ihr Alles nur dazu geschaffen, um von ihrem Bräutigam, dem „Herrn vom Himmel,“ und Seiner Lieblichkeit zu zeugen. Die Sonne am Gezelt, der Stern am Abendhimmel, der Quell, der dem Fels entrauscht, der grünende Baum des Feldes, der fruchtbeladene Weinstock, ja Alles, Alles singt ihr Sein Lob und spiegelt ihr bald diese, bald jene Seite Seines holdseligen Wesens oder des zarten Verhältnisses wieder, in welchem Er zu Seinem Erlösten steht. – Und es sind nicht luftige Phantasien und eitle Träume, denen hier die Liebe nachhängt. Die Schrift bestätigt ihre Anschauung als eine wahre. – Sie selbst, so oft sie uns den Fürsten des Lebens vor Augen zeichnen will, beutet den Bildersaal der Schöpfung aus und entlehnt aus ihrem Reiche die Farben und Züge zu ihrem entzückenden Gemälde. Bald rührt sie diese, bald jene Taste in der Klaviatur der geschaffenen Dinge an, und in den sinnigsten und herzerquicklichsten Akkorden tönt die Natur den Preis Immanuels und Seiner Gnaden.

Jesaja 11, 10.
Und es wird geschehen an jenem Tag, da werden die Heidenvölker fragen nach dem Wurzelspross Isais, der als Banner für die Völker dasteht; und seine Ruhestätte wird Herrlichkeit sein.

Unser heutiger Text ist so reichhaltig, dass wir uns mit flüchtigen Andeutungen begnügen müssen, wenn wir in einer Stunde seine verborgenen Schätze auch nur einigermaßen zu Tage fördern wollen. Von wem in dem Ausspruche die Rede ist, ergibt sich auf den ersten Blick von selbst. Jesus Christus ist der Kern und Stern, wie unsers ganzen Textkapitels, so des einzelnen Sprüchleins, das wir daraus hervorgehoben haben, und in welchem er gleichsam wie ein Edelstein vor unseren Augen hin und her gewendet wird, damit er alle seine Lichter uns leuchten lasse. Und wer mag sagen, welches dieser Lichter das schönste sei, und welches am tröstlichsten und holdseligsten strahle.

Um in der köstlichen Weissagung nichts zu übersehen, schließen wir uns mit unseren Erwägungen streng an die Worte des heiligen Propheten an und richten unsere Blicke

  1. auf die Zeit, in welche er hineinschaut;
  2. auf die Wurzel, die er preist;
  3. auf das Panier, das er wehen sieht;
  4. auf die Fragenden bei dem Panier;
  5. auf die Ruhe des verheißenen Messias.

„F. W. Krummacher: Die Wurzel Isai“ weiterlesen

John Newton: Der Herr gibt, der Herr nimmt

Schätze der Gnade 27


Und er sprach: Nackt bin ich aus dem Leib meiner Mutter gekommen; nackt werde ich wieder dahingehen. Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; der Name des Herrn sei gelobt!
(Hiob 1:21)

Gläubige wurden aus der Verdammnis befreit. Was nicht heißt, dass sie frei von Schmerz, Krankheit, Armut, Verlust, Prüfungen, plötzlichen und beschwerlichen Veränderungen und dem vorzeitigen Tod sind. Diese Anfechtungen bringen reichlich die Gnadengaben zum Vorschein, die normalerweise in dem strahlenden Licht des Wohlstandes, schwer zu erkennen sind. In unseren Anfechtungen werden wir geheiligt. Sie sollen uns von der Welt entwöhnen und den Leib der Sünde schwächen.

Gott, von dem wir alles haben – hat auch das Recht es wieder zu nehmen. Wir stehen fest in der Wahrheit, dass Gottes Souveränität eine Einheit mit seiner Weisheit und Güte bildet. Wann auch immer es Gott wohlgefällt, unsere Pläne zu durchkreuzen, und auch wenn unsere Pläne zu Stande kommen, wissen wir, Gott führt alles zum Guten! Gott wird niemanden ohne einen Grund belasten. Ebenso wird Er den Anfechtungen nicht gestatten, länger anzuhalten, als es nötig ist. Sei still meine Seele und erkenne, Er ist Gott [Ps. 46:11]!

Du bist in guten Händen – ich überlasse dich Ihm. Er, der dich liebt und alle Dinge zum Besten führen wird.

Oh, welch Gnadengabe. Wir können unser Leben und das derer, die wir lieben, Ihm anvertrauen. Dabei zusehen, wie unsere Geliebten sich ebenfalls vertrauensvoll an Ihn binden und sich Seiner Weisheit hingeben. Dieser alles umfassende Gott befähigt uns in jeder Anfechtung, damit wir in der Lage sind, zu überwinden.

Doch ich, ich bin eine armselige Kreatur. Ich lerne täglich, ohne Ihn, kann ich nichts tun.

Quelle: Grace Gems 29.06.2017
Übersetzung: TheologiaDE.blog

James Smith: Schmelzofen

Schätze der Gnade 25


Da sandten die Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank!
(Johannes 11:3)

„Sieh an mein Elend und mein Leid“
(Psalm 25:18)

Wir sind alle für Krankheiten anfällig – und manchmal scheint es, dass Christen den größten Anteil daran haben. Einige Kinder Gottes scheinen selten bis niemals gesund zu werden. Sie scheinen nie wirklich frei von Schmerz und Leid zu sein. Es ist ihr himmlischer Vater, der sieht, dass ein Schmelzofen nötig ist – somit bereitet Er ihn vor, legt sie hinein und lässt sie so lange dort, wie Er es für nötig erachtet.

Krankheiten fliegen nicht einfach so zufällig in der Gegend rum. Sie sind nicht dem Zufall ergeben. Sie wurden alle sorgfältig ausgesucht – und göttlich verabreicht. Gott läutert sein Volk, erzeigt Seine Gnade und erfüllt seine kostbaren Verheißungen – in dem Schmelzofen der Leiden. Krankheiten lehren uns …

wie gebrechlich wir sind,
wie abhängig von Gott wir sind,
wie sehr wir den göttlichen Trost nötig haben,
– und alles in einer Weise, die man mit nichts vergleichen kann.

Krankheiten …
demütigen unseren sündhaften Stolz,
entwöhnen uns von der Welt,
bringen uns näher an unseren himmlischen Vater und seinen Thron der Gnade,
drängen uns, den Erlöser und seine vergebende Liebe neu aufzusuchen.

Der Psalmist war geplagt und litt viel. Er hob somit seinen Blick nach oben und seufzte: „Sieh an mein Elend und mein Leid!“ Es war sein Anliegen zu erkennen, dass Gott ihn beobachtet und Mitleid mit ihm hat, zu erkennen, dass Gott ihm Aufmerksamkeit schenkt. Ihm war klar, Gottes liebender Blick würde …
seinen Geist beruhigen,
sein Herz aufmuntern,
und ihn von seinem Schmerz ablösen.

Lass somit jeden Gläubigen, der krank ist, den Psalmisten als Vorbild nehmen und dieses kurze aber kraftvolle Gebet sprechen: „Sieh an mein Elend und mein Leid.“

Quelle: Grace Gems 07.05.2017
Übersetzung: TheologiaDE.blog