Martin Luther: Man kann nicht zwei Herren dienen

Eine Predigt von Martin Luther über das Sorgen, das Arbeiten, den Willen Gottes, Gottes Souveränität und der „allgemeinen“ Gnade.

Ein kleiner Auszug:

Denn wie gesagt, der Gottesdienst steht nicht am Werk, sondern im Wort und Befehl Gottes. Es hat ein großes Ansehen vor der Welt, daß sich ein Mönch allem enthält und geht in ein Kloster, führt da ein strenges und hartes Leben, fastet, wacht, betet. Da mangelt es am Werk nicht; es mangelt aber am Befehl, daß Gott solches ihn nicht geheißen hat; darum kann es für keinen Gottesdienst gerühmt werden.

Erstlich spricht der Herr: “ Niemand kann zwei Herren dienen „. Nennt zwei Herren; der eine heißt Gott, das ist der rechte Herr, dem wir zu dienen schuldig sind. Der andere Herr heißt Mammon, das ist nicht der rechte Herr; darum will Christus, daß wir ihm nicht dienen sollen.

Gleich nun wie wir an und selbst, an unserem Leib und Leben, an Augen, Ohren, Händen, Füßen und allen unseren Gliedmaßen lernen und bekennen müssen, Gott sei gnädig, er habe uns viel die geben und gütlich getan: also stellt der Herr uns auch anderer Kreaturen Beispiel vor, daß wir daran lernen sollen, Gott trauen und nicht sorgen.

Darum verbietet es der Herr, und sagt kurz: Sorget nicht: arbeiten sollt ihr, das ist euer Befehl; und laßt mich sorgen; denn solches ist mein Amt, daß ich euer Vater bin, und ich kann mit meiner Fürsorge etwas ausrichten; ihr könnt nichts damit ausrichten.

Dann kann Gott so fromm und gnädig sein, daß er den bösen Buben alles genug gibt, die nicht allein ihm nicht dienen, sondern auch sein Wort noch verfolgen und lästern, und ihm alle Schande und Unehre tun, wie könnte es möglich sein, daß er euch lassen sollte, die hier ihn lieb habt, sein Wort gern hört und fördert, und alle euer Vertrauen auf ihn setzt?


Die ganze Predigt:

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Steven Walton: Nachfolger, Jünger und Apostel

Diese Predigt wurde von Steven Walton am 02. April in Stuttgart-Möhringen abgehalten.

Predigttext:
Markus 3:7-19

Was bedeutet es von Christus berufen zu sein? Zu was wurden wir berufen? Was ist überhaupt der Unterschied zwischen einem Apostel und Jünger? – All diese Fragen werden beantwortet.

Eine Englische Predigt mit Deutscher Übersetzung.

Edward Payson: Der Wandel Christi

Schätze der Gnade 15

Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist. (1 Johannes 2:6)

Der Herr Jesus hat nicht einfach nur vom christlichen Wandel gesprochen, Er selbst hat es vorgelebt. Er ist die Verkörperung einer makellosen und reinen Religion. In Ihm ist das Leben des Christentums. Wie überzeugend und motivierend ist der Lebenswandel des Herrn! Seine Lebensführung gleicht einer Predigt.

Möchtest du lernen, wie man sich seinen Eltern unterwirft? Schaue auf Ihn, denn obwohl Er hoch erhaben ist, hat Er sich heiter dem Willen seiner Eltern unterstellt; und arbeitete Seite an Seite, fast 30 Jahre, als Zimmermann.

Möchtest du lernen, wie man in Armut genügsam sein kann? Schaue doch, wie Not leidend Er war. Er hatte nichts, wo er sein Haupt hinlegen konnte.

Möchtest du lernen, wie man Güte aufweist? Schaue auf Ihn. Er ging umher und tat fortwährend Gutes.

Du willst ein Beispiel eines eifrigen Gebetslebens sehen? Schau doch, wie Er noch vor Sonnenaufgang aufstand, um zu beten.

Du willst erfahren, wie man seine Geschwister behandeln soll? Sieh doch, Er wäscht die Füße seiner Jünger.

Du willst wissen was es bedeutet seine Eltern zu schätzen? Im Angesicht des Todes, während Er schwer litt, vergaß Er seinen Schmerz und versorgte seine vereinsamte Mutter mit noch einem Sohn.

Möchtest du wissen, wie man betet, wenn man in Trübsal steckt? Schaue auf Ihn im Garten Gethsemane.

Möchtest du lernen, wie man Beleidigungen und Schmerzen hinnimmt? Schaue auf Ihn, dort am grausamen Kreuz.

Kurzgesagt: Es gibt keine christliche Tugend oder Gnadengabe, die nicht prächtig in Seinem Leben zum Vorschein kommt.

Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt. (1. Petrus 2:21)

Quelle: Grace Gems 31.03.17
Übersetzung: TheologiaDE.blog

Thomas Watson: Für mich ist Christus das Leben!

Schätze der Gnade 13

Paulus hat Jesus sehr verehrt. Sein verlangen war es nichts anders im Sinn zu haben als Christus, den Gekreuzigten. „Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn.“ (Philipper 1:21)

Das heißt so viel wie: „Christus ist mein Leben!“ oder „Mein Leben besteht aus Christus.“ Wie das Leben eines Toren die Sünde ist, ist das Leben des Paulus der Christus. Um diese Passage etwas verständlicher zu machen, schauen wir uns drei Dinge an:

  1. „Für mich ist Christus das Leben“ – das heißt: Christus ist der Grundsatz meines Lebens. So wie die Äste den Saft aus der Wurzel ziehen, kommt mein geistliches Leben aus Christus. „Er lebt in mir“ (Galater 2:20). Jesus Christus flößt mir Leben ein um mich für jede heilige Handlung auszustatten. Somit ist Christus der Grundsatz meines Lebens, denn aus seiner Fülle lebe ich – wie der Ast durch die Wurzel.
  2. „Für mich ist Christus das Leben“ – das heißt: Christus ist das Endziel meines Lebens. Ich lebe nicht mehr für mich selbst, sondern für Christus. Mein ganzes Leben besteht daraus, Jesus zu dienen. „Denn leben wir, so leben wir dem Herrn“ (Römer 14:8). Wir geben uns komplett Christus hin. Der Plan unseres Lebens ist es Christus zu erhöhen, die Krone auf seinem Haupte auszuschmücken. Christus ist das Endziel meines Lebens, denn ich lebe es für Christus.
  3. „Für mich ist Christus das Leben“ – das heißt: Christus ist die Freude meines Lebens. „Gott, der meine Freude und Wonne ist“ (Psalm 43:4). Ein Christ kann sich in Christus erfreuen, auch wenn alle weltliche Freude vergeht. Wenn die Tulpe im Garten verwelkt – so kann ein Mensch sich noch immer an den Diamanten im Hause erfreuen. Ebenso – ist jegliche weltliche Freude fort – so kann ein Heiliger sich noch in Christus erfreuen- die kostbare Perle. In diesem Sinne ist Christus die Freude meines Lebens – denn wäre Christus fort, dann wäre mein Leben der Tod.

 

„Für mich ist Christus das Leben!“ Christus ist der Grundsatz meines Lebens, das Endziel meines Lebens und die Freude meines Lebens. Wenn wir dem zustimmen, „Für mich ist Christus das Leben“, dann können wir gewissenhaft den Satz mit „und das Sterben ein Gewinn“ abschließen.

Quelle: Thomas Watson, A Body of Divinity
Übersetzung: TheologiaDE.blog

Michael Horton: Reformierte Theologie Vs. Hyper-Calvinismus

Ehe der durchschnittliche Gläubige lernt, was reformierte Theologie (z.B. Calvinismus) eigentlich ist, lernt er normalerweise zuerst, was es nicht ist. Es ist oft so, dass Kritiker die reformierte Theologie nicht nach ihren Lehren definiert, sondern nachdem, was sie denken, wäre die logische Schlussfolgerung. Noch tragischer ist aber, dass einige Hyper-Calvinisten dem gleichen Kurs folgten. So oder so, der „Calvinismus“ wird am Ende von einer Extreme dargestellt, die er selbst nicht als Biblisch anerkennt. Die Vorwürfe gegen die reformierte Theologie, wofür der Hyper-Calvinismus schuldig ist, empfingen eine deutliche Antwort von der internationalen Dordrechter Synode (1618-1619) und dem Westminster Bekenntnis.

Ist Gott der Autor der Sünde?

Der Gott Israels ist der Fels; vollkommen ist sein Tun; ja, alle seine Wege sind gerecht. Ein Gott der Treue und ohne Falsch, gerecht und aufrichtig ist er“ (5. Mose 32.4-5, Schlachter 2000). In der Tat, Jakobus hatte reale Menschen im Sinn als er verwarnte, „Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott ist unangefochten vom Bösen; er selbst versucht aber auch niemand. (Jakobus 1:13, Schlachter 1951). Sünde und Bosheit haben ihren Ursprung nicht in Gott oder der Schöpfung, jedoch im eigenhändigen Willen und Handeln von Geschöpfen.

Die Schrift liefert uns hierzu ein paar Leitplanken: Auf der einen Seite wirkt Gott „alles nach dem Ratschluss seines Willens“ (Eph. 1:11); auf der anderen, übt Gott nicht – vielmehr, kann nicht – böses ausüben. Wir sehen diese zwei Leitplanken des Öfteren flüchtig in einigen Abschnitten, am deutlichsten aber in 1. Mose 45 und Apostelgeschichte 2. Beim Ersteren erkennt Josef, dass obwohl der Vorsatz seiner Brüder, ihn als Sklave zu verkaufen, böse war, Gott es gut gemeint hat, damit viele Menschen während der Hungersnot gerettet werden (Verse 4-8). In dem gleichen Atemzug lesen wir in Apg. 2:23, dass „gesetzlose Menschen“ für die Kreuzigung verantwortlich sind, und doch wurde Jesus „nach Gottes festgesetztem Rat und Vorherwissen dahingegeben …“. Die Herausforderung hier liegt darin, das zu bejahen was die Schrift lehrt und nicht weiter zu spekulieren. Wir wissen zwar von der Schrift das beides wahr ist, jedoch nicht wie das sein kann. Die vielleicht prägnanteste Aussage zu diesem Argument ist im Westminster Bekenntnis zu finden (Kapitel 3:1): „Gott hat von aller Ewigkeit her nach dem vollkommen weisen und heiligen Ratschluss seines eigenen Willens uneingeschränkt frei und unveränderlich alles angeordnet, was auch immer geschieht;“ – dort ist die erste Leitplanke – doch so, dass Gott dadurch weder Urheber der Sünde ist noch dem Willen der Geschöpfe Gewalt angetan, noch die Freiheit oder Möglichkeit der Zweitursachen aufgehoben, sondern vielmehr in Kraft gesetzt werden.“1 und hiermit die zweite Leitplanke. Der gleiche Punkt wird auch im niederländischen Glaubensbekenntnis gemacht (Artikel 13) und fügt hinzu, „über alles aber, was er tut, dass die menschliche Fassungskraft übersteigt, wollen wir nicht neugierig und über unsere Fassungskraft nachforschen.“2

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