Thomas Watson: Der Tod

Schätze der Gnade 46


Mich verlangt danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre
(Philipper 1:23)

Die Heiligen haben ein Verlangen danach, sich von dieser Welt zu verabschieden: „Mich verlangt danach, aufzubrechen.“ Wovor sich ein gottloser Mensch fürchtet, ist die Hoffnung eines Gläubigen! Menschen, die an diese Welt gebunden sind, hoffen darauf, auf ewig in dieser Welt zu bleiben – für sie gibt es keinen Himmel, als was vor Augen ist. Der Tod wäre somit das Ende ihres Himmels. Ein Mensch dieser Welt tritt nicht einfach aus seinem Leben aus – er wird rausgezerrt!

Eine Seele hingegen, die von der Gnade ergriffen wurde, sieht die Welt als eine Wildnis an. Eine Wildnis, überladen von hitzigen Schlangen. Diese Seele hat das Bedürfnis aus dieser Wüste zu fliehen!

Ein Vogel der in einem Käfig eingesperrt ist trachtet danach zu entkommen. Ebenso sehnen sich die Heiligen dieses Leibeszelt abzubrechen und von dieser Welt auszubrechen. „O, dass ich Flügel hätte wie die Taube; ich würde davonfliegen, bis ich Ruhe fände!“ (Psalm 66:6).

Angesicht der Vorzüge, welche die Heiligen genießen, wenn sie von dieser Welt scheiden, ist es offensichtlich, wieso sie sich so sehr danach sehen. Der Tod ist das Ende aller Bosheit! Neun Übel werden durch den Tod für einen Christen beseitigt:

  1. Der Tod ist das Ende aller SÜNDE.
  2. Der Tod ist das Ende aller VERSUCHUNGEN.
  3. Der Tod ist das Ende aller ÄNGSTE.
  4. Der Tod wird alle TRÄNEN eines Christen beseitigen.
  5. Der Tod wird alle SORGEN eines Christen beiseiteschaffen.
  6. Der Tod wird alle TRÜBSALE aus dem Leben eines Christen entfernen.
  7. Der Tod löscht alle angeborenen DEFEKTE aus.
  8. Der Tod vernichtet alle UNVOLLKOMMENHEITEN der Gnade.
  9. Der Tod ist das Ende einer ermattenden PILGERREISE.

Obwohl der Tod ein bitterer Kelch ist, verbirgt sich Zucker am Grund des Bechers. Der beste Freund eines Christen ist der Tod, denn dieser bringt uns zu Christus, was um einiges besser ist: „Mich verlangt danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre.“

Quelle: Grace Gems 08.2001
Übersetzung: TheologiaDE.blog

Thomas Watson: Für mich ist Christus das Leben!

Schätze der Gnade 13

Paulus hat Jesus sehr verehrt. Sein verlangen war es nichts anders im Sinn zu haben als Christus, den Gekreuzigten. „Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn.“ (Philipper 1:21)

Das heißt so viel wie: „Christus ist mein Leben!“ oder „Mein Leben besteht aus Christus.“ Wie das Leben eines Toren die Sünde ist, ist das Leben des Paulus der Christus. Um diese Passage etwas verständlicher zu machen, schauen wir uns drei Dinge an:

  1. „Für mich ist Christus das Leben“ – das heißt: Christus ist der Grundsatz meines Lebens. So wie die Äste den Saft aus der Wurzel ziehen, kommt mein geistliches Leben aus Christus. „Er lebt in mir“ (Galater 2:20). Jesus Christus flößt mir Leben ein um mich für jede heilige Handlung auszustatten. Somit ist Christus der Grundsatz meines Lebens, denn aus seiner Fülle lebe ich – wie der Ast durch die Wurzel.
  2. „Für mich ist Christus das Leben“ – das heißt: Christus ist das Endziel meines Lebens. Ich lebe nicht mehr für mich selbst, sondern für Christus. Mein ganzes Leben besteht daraus, Jesus zu dienen. „Denn leben wir, so leben wir dem Herrn“ (Römer 14:8). Wir geben uns komplett Christus hin. Der Plan unseres Lebens ist es Christus zu erhöhen, die Krone auf seinem Haupte auszuschmücken. Christus ist das Endziel meines Lebens, denn ich lebe es für Christus.
  3. „Für mich ist Christus das Leben“ – das heißt: Christus ist die Freude meines Lebens. „Gott, der meine Freude und Wonne ist“ (Psalm 43:4). Ein Christ kann sich in Christus erfreuen, auch wenn alle weltliche Freude vergeht. Wenn die Tulpe im Garten verwelkt – so kann ein Mensch sich noch immer an den Diamanten im Hause erfreuen. Ebenso – ist jegliche weltliche Freude fort – so kann ein Heiliger sich noch in Christus erfreuen- die kostbare Perle. In diesem Sinne ist Christus die Freude meines Lebens – denn wäre Christus fort, dann wäre mein Leben der Tod.

 

„Für mich ist Christus das Leben!“ Christus ist der Grundsatz meines Lebens, das Endziel meines Lebens und die Freude meines Lebens. Wenn wir dem zustimmen, „Für mich ist Christus das Leben“, dann können wir gewissenhaft den Satz mit „und das Sterben ein Gewinn“ abschließen.

Quelle: Thomas Watson, A Body of Divinity
Übersetzung: TheologiaDE.blog