Johannes Calvin: Gefäß der Heiligung

Schätze der Gnade 11

Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr euch der Unzucht enthaltet; dass es jeder von euch versteht, sein eigenes Gefäß in Heiligung und Ehrbarkeit in Besitz zu nehmen, nicht mit leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen; (1 Thessalonicher 4:3-5)

Denn das ist der Wille Gottes Aus dieser Lehre fließt, wie aus einer Quelle, eine ganz besondere Aufforderung. Wenn hier von dem Willen Gottes die Rede ist, dann meint Paulus den Sinn und Zweck unserer Berufung. „Aus diesem Grund seid ihr Christen – darauf hat es das Evangelium abgesehen – damit ihr euch vor Gott heiligt.“ Die Bedeutung des Wortes Heiligung haben wir schon oftmals unter die Lupe genommen – auf die Welt zu verzichten, die Reinigung von all den Beschmutzungen des Fleisches; wir bereiten uns vor, wie bei einer Opferbringung, denn nichts kann rechtmäßig vor Gott gebracht werden, dass nicht rein und heilig ist.

Dass wir uns enthalten sollen Ist eine Vorschrift, die aus der gleichen Quelle entspringt; denn nichts streitet mehr gegen die Heiligung als die Unzucht, welche den ganzen Menschen verunreinigt. Aus diesem Grund schreibt er diese Sünde auch den Heiden zu, die Gott nicht kennen. Denn, „wo die Erkenntnis Gottes regiert, dort müssen die Begierden unterworfen werden.“

Mit leidenschaftlicher Begierde meint er alle Leidenschaften des Fleisches. Zusätzlich schließt er all die Begierden, die nach einer Erfüllung unseres Fleisches trachten, mit der Unzucht zusammen. Dies ist eine Ermahnung, wie auch in Römer 13:14 zu sehen ist, dass wir den Lüsten keinen Raum geben sollen. Sobald ein Mensch seinem Reiz nachgibt, entfesselt er die Lüsternheit. Somit ist der einzige Weg um sich zu enthalten, ein zügeln aller Lüste.

Nun zu dem Satz: dass jeder von euch versteht sein Gefäß … . Manche behaupten dieser Satz beziehe sich auf die Ehefrau. So als würde die Aussage lauten: „Der Mann soll mit seiner Frau in aller Sittsamkeit leben.“ Da aber in diesem Zusammenhang beide, Männer und Frauen, angesprochen werden, bezieht es sich ohne Zweifel auf den Leib. Denn jeder besitzt seinen Leib als Haus in dem er wohnt. Somit hat Paulus im Sinn, dass wir uns von aller Unreinheit bewahren und in Ehre halten. Ein Mensch nämlich, der seinen Leib zur Prostitution oder der Unzucht hingibt, taucht seinen Leib in Abscheu und schändet ihn.

Quelle: Johannes Calvin – Kommentar zum 1. Thessalonicherbrief (1. Thes 4:3-5)
Übersetzung: TheologiaDE.blog

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Charles H. Spurgeon: Heiligkeit im Heim

Schätze der Gnade 6

Wie ein Mensch zu Hause lebt ist von oberster Priorität. Ich werde kein Heiliger draußen – und ein Teufel zu Hause sein! Es gibt solche Menschen. Sie sind entzückend und wohltuend beim Gebetstreff – doch entsetzlich bitter der eigenen Frau oder den Kindern gegenüber. Das sollte niemals so sein!

Jeder aufrichtig Gläubige sollte es sagen und auch so meinen, „In meinem Heim werde ich mit einem reinen Herzen wandeln.“ Zu Hause ist es, wo wir den wahrhaftigen Beweis der Heiligkeit haben.

„Was für ein Mensch ist er?“ sagte jemand zu George Whitefield – und Whitefield antwortete, „Kann ich dir nicht sagen, da ich noch nie mit ihm zusammengelebt habe.“

Dies ist der Weg, einen Menschen zu prüfen, nämlich indem man mit ihm wohnt.

Quelle in Englisch
Übersetzung: TheologiaDE.blog